Die 2 überraschenden Gründe für Häufige Familien-Streitigkeiten

Die 2 überraschenden Gründe für Häufige Familien-Streitigkeiten

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Und 3 Erkenntnisse, die dich trotzdem in deiner Persönlichkeitsentwicklung weiter bringen

Du hast dich entschlossen keine Diät mehr zu machen und stattdessen mit intuitivem Essen anzufangen. Brava! Doch jetzt wunderst du dich dass deine Freund_innen und Familie dich nicht so unterstützen wie du es von ihnen erwartet hast? 

Du bist nicht allein damit!

Ständig kommen Klient_innen zu mir und berichten, dass sie sich in ihrer eigenen Familie allein gelassen fühlen und sogar für ihre Entscheidung nicht mehr abnehmen zu wollen von Freund_innen und Familie angegriffen werden. Ja, es hat mal wieder was mit Diätkultur (aktuell ist diesen Sonntag im “Liebesbriefe” Newsletter von Marschmallow Mädchen ein sehr guter Artikel über Diätkultur. Anmeldung HIER) zu tun, aber zu einem großen Teil auch mit menschlicher Psychologie.

Hier sind die wahren Gründe warum deine Lieben dich nicht so unterstützen wie du es wahrscheinlich erwartet hast:

  1. Durch die Veränderung deiner Gewohnheiten, egal welche Gewohnheiten das sind, bildet sich eine Lücke zwischen dir und deinen Lieben
  2. Diese Lücke ist inspirierend für dich, aber herausfordernd für sie

Diese Lücke ist der Unterschied zwischen dem Punkt, an dem du du in deiner persönlichen Entwicklung damals standest und dem Punkt an dem du heute stehst. Diese Lücke ist inspirierend für dich, weil sie dir deinen Fortschritt in deiner Selbstakzeptanz, Körperakzeptanz, Beziehung zum Essen und zu Bewegung, die Spaß macht, aufzeigt. Aber sie fordert gleichzeitig deine Lieben heraus, weil sie ihnen aufzeigt wo sie selbst noch “stecken bleiben” bzw. die “Baustellen” in ihrem eigenen Leben, an denen sie selbst noch arbeiten könnten, es aber oft nicht tun (Blogartikel zu Prokrastination “Was wenn immer was dazwischen kommt?”). Du bist quasi unfreiwillig ein Spiegel für sie, in dem sie ihre eigenen schlechten Angewohnheiten sehen; und das kann mitunter arg weh tun. 

Wie du selber weißt, ist es anstrengend an sich selbst zu arbeiten. Es erfordert mentale Ressourcen sprich: Energie, Zeit und manchmal auch Geld für Kurse und Bücher (schamlose Eigenwerbung für mein Diät-Talk Bremse Workbook) etc. Um sich von den Schmerzen der indirekten Kritik, die deine “neue anti-Diät Lebensweise” für sie bedeutet, schnell und effektiv zu befreien, kritisieren sie dich oder hinterfragen intuitives Essen und Health at Every Size. Sie tun das nicht aus Bosheit oder weil sie dich absichtlich verletzen wollen. Das passiert oft unbewusst. Sie haben alle ihr eigenes Päckchen zu tragen und sind vielleicht tatsächlich noch nicht so weit wie du. 

Diätkultur ist Teil unserer Kultur, unseres Wertesystems und unserer Gesellschaft. Menschen verlieren echte Privilegien, wenn sie öffentlich sagen “ich bin dick und will nicht (mehr) abnehmen”. Ein Teil der Diätkultur zu sein und “mitzumachen” bietet greifbare Vorteile: Gelobt und unterstützt zu werden für deine Mühe abzunehmen, bessere Jobs zu bekommen, Kleidung im stationären Handel kaufen zu können und beim Dating mehr Auswahl an potentiellen Partner_innen zu haben als Beispiele. Grund dafür ist der sog. Heiligenschein-Effekt, der dazu führt, dass wir Menschen positive Persönlichkeitsmerkmale nur aufgrund ihres Aussehens zuschreiben. Es ist also viel einfacher Andere zu kritisieren oder herunterzuziehen als sich mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. 

 

Wie kannst du also reagieren, wenn du deinen Lieben sagst, dass du keine Diät mehr machen willst? Hier sind 3 Erkenntnisse, die dir dein Leben ohne Diäten leichter machen werden:

  1. Erwarte keine Unterstützung
  2. Ignoriere die Kritik
  3. Akzeptiere, dass Beziehungen sich verändern

Die Unterstützung, die du suchst, wirst du viel eher bei Gleichgesinnten finden, die einen ähnlichen Lebens- und Leidensweg haben wie du und nicht bei Freund_innen und Familie. Ich empfehle da besonders die Marshmallow-Community auf Facebook, weil sie im Gegensatz zu anderen anti-Diät Communities wirklich sorgfältig moderiert wird. Danke Kathrin.

Mach dir bewusst, dass diese Kritik nichts mit dir persönlich zu tun hat (Instagram Beitrags-Serie: Teil 1: “Bodyshaming ist nicht persönlich”; Teil 2: “Bodyshaming ist Ausdruck der Frustration der Anderen”; Teil 3: “Bodyshaming ist nicht effektiv und zwar für Alle”). Es dreht sich alles um sie und ihre Gewohnheiten, ihre Werte bzw. Weltsicht und ihre Prioritäten. 

Diese Gewohnheiten, Werte, Weltsicht und Prioritäten können und dürfen sich von deinen unterscheiden. Es ist völlig normal, dass Menschen sich im Laufe ihres Lebens verändern. Bei einer Veränderung bleibt auch immer etwas zurück. Du bist nicht mehr die Person, die du gestern, oder sogar vor einem Jahr warst. Eine traurige Seite von Veränderung ist auch dass du immer etwas Altes, was dir nicht mehr nützt, zurück lässt. Manchmal sind das auch Menschen, die dich in deiner Persönlichkeitsentwicklung behindern, weil dein Erfolg in ihrer Welt automatisch Misserfolg für sie bedeutet. Lass dich nicht von Missgunst und Neid der Anderen beeinflussen und mache diese Gefühle nicht zu deinen eigenen. Wie das konkret geht, verrate ich dir mit praktischen Übungen im Workbook Diät-Talk Bremse auf über 100 Seiten

 

Fazit:

Löse dich also von der romantisierten Vorstellung, dass deine Familie immer für dich da ist egal was du tust, denn deine Familie sind auch nur Menschen. Menschen mit Macken, Unsicherheiten und verletzlichen Egos. Menschen, die sehr ähnliche Bedürfnisse wie du haben, nur versuchen sie auf andere Art und Weise zu befriedigen. Distanziere dich wenn nötig und lerne besser Grenzen zu ziehen (hier kann dir besonders gut Coaching helfen) aber vergiss auch nicht was euch verbindet. Sie mögen dich zwar nicht auf deinem Weg zum intuitiven Essen unterstützen, aber dafür macht es vielleicht einfach Spaß mit ihnen zu Backen oder Spiele zu spielen. Das ist auch völlig okay. Vergiss bitte auch nicht, dass du jederzeit das Recht hast Beziehungen, die dir nicht gut tun, zu beenden. Du musst dir keine Schuldzuweisungen, Beschimpfungen oder Beschämungen von einer Person gefallen lassen nur weil du mit ihr verwandt oder schon lange befreundet bist. 

Du verdienst es dich mit Menschen zu umgeben, die dir gut tun und wo du dich gut aufgehoben und “aufgeladen” fühlst wenn du nach Hause kommst.

Fette Grüße,

Dein*e Dot